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Gemeindeausflug nach Berlin


Bild zur Meldung: Gemeindeausflug nach Berlin



Bereits lange geplant war dieser Ausflug der Kirchengemeinden rund um Neustadt, der uns am 16. Oktober 2022 nach Berlin führte. Anlässlich des Tages der Restaurierung, der seit  5 Jahren europaweit am 2. Sonntag im Oktober stattfindet, besuchten wir das Atelier der Diplom Restauratorin Johanna Thierse. In diesem Atelier befindet sich seit Anfang Juli 2022 das Altarbild der Neustädter Kreuzkirche zur Restaurierung.  Zu diesem Tag der „Offenen Tür“ hatte uns Frau Thierse und ihr Kollege eingeladen, um den Stand der Restaurierung vor Ort zu verfolgen. Wer das Gemälde genau kennt, konnte bereits deutlich sichtbare Veränderungen erkennen. Wir sind gespannt, wie das fertige Ölgemälde, das übrigens eine Abendmahlszene zeigt, sich nach der endgültigen Fertigstellung präsentieren wird. Noch zu Weihnachten soll es wieder in der Neustädter Kreuzkirche hängen. Bevor wir die Werkstatt der Restauratorin besuchten, gab es allerdings schon einen ersten Höhepunkt dieser Fahrt. In der bekannten Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg konnten wir einem Gottesdienst mit  integrierter Bach-Kantate beiwohnen. Von dieser Kirche gingen in den 1988/1989 Jahren die bedeutendsten Friedensbewegungen in Berlin aus. Ab Oktober 1989 war sie Tag und Nacht mit Mahnwachen besetzt. Der Pfarrer i.R. Helmut Grätz, der Vater unserer Pfarrerin, war ebenfalls zu diesem Gottesdienst aus Schöneiche angereist und konnte im Anschluss daran  in bewegenden Geschichten über die damaligen Ereignisse Ende der 1980´er Jahre  berichten. Mitglieder seiner einstigen Jungen Gemeinde waren ständig in der Gethsemanekirche zugegen und trugen das Geschehen dem Schöneicher Pfarrer zu. Sämtliche Plätze in der Gethsemanekirche waren besetzt und überall auf dem Fußboden saßen damals die Menschen, so Pfarrer Grätz. Noch bewegender war die Geschichte einer unserer Mitreisenden aus Läsikow, die zu jener Zeit in Westberlin wohnte und heimlich Flugblätter über die Grenze brachte. In diesen Flugblättern wurde über die vielen Aktivitäten in anderen Kirchen der DDR berichtet. Nicht zuletzt dadurch erfuhr man, dass man nicht alleine ist und hierdurch die Forderungen nach Freiheit und Demokratie im ganzen Land immer größer wurden. Zum Abschluss unseres Besuches in der Gethsemanekirche entstand nebenstehendes Gruppenbild. Auf dem anschließenden etwa 800 m langen Fußmarsch zum Atelier konnten sich alle in einer der zahlreichen, direkt an der Straße liegenden Restaurants stärken. Der Abschluss dieses Gemeindeausfluges wurde als Überraschungs-Stopp bis zuletzt geheim gehalten. Siegbert Weiß, der Autor dieses Berichtes, verkündete ihn erst auf der Rückfahrt auf der Autobahn. Wir waren auf den Spuren des Prinzen von Homburg, dem späteren Landgrafen Friedrich II. von Hessen Homburg,  Stadtgründer von Neustadt und Erbauer der Neustädter Kreuzkirche. Unser Ziel war das geschichtsträchtige Gelände um den Ort Hakenberg bei Fehrbellin. Hier fand am 18. Juni 1675 die für Brandenburg-Preußen  bedeutendste Schlacht des 17. Jahrhundert statt. Unser Prinz von Homburg kämpfte als General der Kavallerie an der Seite des Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Durch seinen überraschenden Angriff hatte er einen entscheidenden Anteil am Sieg über das schwedische Heer unter Generalleutnant Wrangel. Dadurch konnten die Schweden später wieder aus der Mark Brandenburg vertrieben werden. Übrigens diente auch unser Kampehler Ritter, Christian Friedrich von Kalebuz, als Kornett im Heer des Kurfürsten. An jener geschichtsträchtigen Stelle der Schlacht wurde zur Erinnerung 1879 ein 36 m hohes Denkmal mit einer vergoldeten Victoria auf dessen Spitze errichtet. Über 114 Stufen erreicht man eine Aussichtsplattform. Diese 114 Stufen erklommen fast alle Mitreisenden unserer Gruppe und hatten einen imposanten Ausblick über das Rhinluch bei Fehrbellin. Viele kannten diesen Ort überhaupt noch nicht und waren von der gepflegten Anlage überrascht.  Nach einer zünftigen Bockwurst und einem Becher Kaffee unseres Busfahrers von Schröder Reisen, ging es heimwärts. Nicht zuletzt, da uns den ganzen Tag bestes spätsommerliches Wetter beschieden war, wird uns dieser Gemeindeausflug sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Siegbert Weiß, Gemeindekirchenrat